Genre:
Historischer Roman, Mystery
Verlag: Nectu Verlag, Herne (27. April 2025)
Seiten: 354
ISBN: 979-8281613934
Preis: € 14,99
Klappentext: Historischer Roman um die Legende von Schloss Ringenberg in Hamminkeln. Ein junger Student bekommt ein Kunststipendium am niederrheinischen
Schloss Ringenberg. Bereits wenige Tage nach seiner Ankunft trifft er in seinen Träumen auf den ruhelosen Geist einer Nonne. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um die legendäre "Weiße Frau“
handelt, die seit mehreren hundert Jahren im Schloss umherspukt. Eine alte Legende erwacht zu neuem Leben und der junge Mann erfährt von einer Begebenheit, von der niemand glaubte, dass sie
tatsächlich geschah.
Ein Stück Heimatgeschichte als Mystery-Thriller
Schloss Ringenberg ist weit über die Grenzen von Hamminkeln hinaus bekannt. Doch was verbirgt sich hinter seinen Mauern? In „Die weiße Frau“
verwebe ich die reale Historie des Schlosses mit einer unheimlichen Legende unserer Heimat am Niederrhein. Ein Buch für alle, die das Unfassbare vor der eigenen Haustür suchen.
Leserstimmen aus der Region
Besonders freut mich die Resonanz der Menschen, die eine tiefe Verbindung zum Schloss Ringenberg in Hamminkeln haben.
Beatrix Gräfin von Plettenberg:
»Ich bin in dem Schloss geboren ... Wolfgang Brunner hat mir eine große Freude bereitet und die Schatten, die auf meiner Seele wie auf dem
Schloss geruht haben, sehr gelichtet.«
Wolfgang Kostujak (Schlossmusiker Schloss Ringenberg):
»Wie Sie am
Ende das Rätsel auflösen, finde ich großartig. Der letzte Teil der Geschichte hat mich am meisten beeindruckt.«
Elke Maciejewski (Hamminkeln):
»Es hat mich von Beginn an gefesselt ... Erstaunlich, dass in keinem Teil des Buches Langatmigkeit aufkam! Einfach genial.«
Klemens Siemen (Hobby-Historiker, Hamminkeln):
»Fantastisch,
welche Epochen Sie verwendet haben. Beim Lesen hatte ich manchmal das Gefühl, es ist alles wahr und keine Legende.«
Ein Roman, der Geschichte lebendig macht
Die Resonanz aus der Region ist überwältigend. Dass Persönlichkeiten wie Beatrix Gräfin von Plettenberg, die selbst im
Schloss geboren wurde, oder der Schlossmusiker Wolfgang Kostujak in meinem Roman eine Verbindung zur echten Historie von Schloss Ringenberg finden, ist für mich die
schönste Bestätigung meiner Arbeit.
Der atmosphärische Buchtrailer
Tauchen Sie ein in die Legende
Erleben Sie die geheimnisvolle Stimmung von Schloss Ringenberg in bewegten Bildern. Untermalt mit der atmosphärischen Musik von Axel Stupplich, fängt dieser Trailer die Essenz des Romans perfekt
ein.
Hintergründe & Entstehung
Hinter den Kulissen:
Die Geschichte hinter der Geschichte
Erfahren Sie mehr über die historische Recherche und meine persönliche Motivation, die Legende der »Weißen Frau« literarisch neu zum Leben zu erwecken.
Die Legende wird lebendig: Der Kurzfilm
Die Faszination der ›Weißen Frau‹ reicht über die Seiten des Buches hinaus. Sehen Sie
hier die filmische Interpretation der Legende – ein atmosphärischer Kurzfilm, der die schaurige Stimmung von Schloss Ringenberg perfekt einfängt.
Leseprobe (Die Weiße Frau)
Friedemann stellte sich ans Fenster und sah über den im Dunkeln liegenden Schlosspark. Die Luft war lau und er holte tief Atem, bevor
er über die Silhouetten der Bäume schaute und dann seinen Blick auf den sternenklaren Nachthimmel richtete. Er dachte über die Eindrücke des ersten Tages nach.
Friedemann fühlte sich eindeutig wohl hier und war voller Zuversicht, all seine Pläne in diesem Schloss verwirklichen zu können.
Während er sich seiner Kleider entledigte und eine Boxershorts anzog, dachte er an sein erstes Projekt, das er im Schloss Ringenberg in Angriff nehmen wollte. Er verließ sein Zimmer und ging ans
andere Ende des Flurs, wo sich das Badezimmer befand, das er sich mit Lisa und Heinz, die beide auf dem gleichen Stockwerk wohnten, teilte. Dirk duschte und putzte sich die Zähne. Langsam spürte er,
wie sich die Müdigkeit in seine Glieder und Gedanken schlich. Er freute sich auf die Nacht und schloss sofort die Augen, als er die Bettdecke über sich legte. Das Fenster war gekippt, sodass ein
angenehmer Wind durch das Zimmer wehte. Er lauschte dem leisen Rauschen der Bäume und dachte dabei an die Arbeit, die er morgen beginnen wollte.
Ähnlich wie in Edgar Endes »Die Letzten« wollte Friedemann eine geheimnisvolle Atmosphäre schaffen, die sowohl unheimlich als auch melancholisch wirken sollte. Ihm schwebte eine einzelne Gestalt vor,
die sich aus im Wind wehenden Stofffetzen zusammensetzte und sich verloren in einer surrealistischen Landschaft voller mysteriöser Felsformationen aufhielt. Während Ende mehrere Gestalten in seinem
Gemälde platzierte, wollte Dirk Friedemann mit nur einer Person arbeiten. Noch war er sich nicht sicher, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handeln sollte.
Die Darstellung einer Frau würde dem Gemälde einen besonderen Reiz geben, den er mit einem männlichen Körper niemals erreichen könnte. Frauen hatten etwas Mystisches an sich, wenn man sie genauer
betrachtete und so entschloss er sich spontan, dem Bild folgenden Arbeitstitel zu geben: »Das Mysterium der Frau«. Er konnte sich noch immer für einen anderen Titel entscheiden, aber im Moment gefiel
ihm dieser.
Das Mysterium der Frau von Dirk Friedemann. Er sah ein beeindruckendes Ölgemälde vor seinem inneren Auge. Darunter das Schild, auf dem Titel des Bildes und Name des Künstlers aufgeführt waren. Die
Farben seines Kunstwerks leuchteten frisch und hell, als hätte er die Arbeiten daran erst vor wenigen Augenblicken abgeschlossen. Dirk sah, wie die grauen Schleier, aus der die Frau bestand, im
Sonnenlicht glänzten und schimmerten, als wäre das Gemälde noch nicht einmal getrocknet.
Friedeman schlief ein ...
… und erwachte inmitten eines tosenden Lärms, der in seinen Ohren unangenehm dröhnte. Grelles Sonnenlicht blendete ihn. Er kniff die Augen zusammen und spürte, dass sein Rachen völlig ausgetrocknet
war.
Dirk bemerkte die Sonnenuhr, deren Nachbildung er bei seiner Ankunft in Schloss Ringenberg gesehen hatte. Verunsichert schaute er an sich herab und fragte sich, in welchem Zustand er sich gerade
befand. Es fühlte sich wirklich an, konnte aber doch nur ein Traum sein, oder?
Er lehnte sich an ein Fass und schloss die Augen. Die Erinnerung an den Abend im Gemeinschaftsraum kam zurück. Die beginnende Auseinandersetzung mit Hans Fallada (War das wirklich sein richtiger
Name?). Danach lag Friedemann im Bett und dachte über allerlei Dinge nach: seine Ankunft in Schloss Ringenberg, das Kennenlernen von Lisa Wattig ... der Spaziergang im Schlosspark. Kurz vor dem
Einschlafen hatte er an sein Projekt gedacht, das er morgen beginnen wollte: »Das Mysterium der Frau«.
Dirk sah wieder die Vision seines Projektes vor sich, wie er aus der Inspiration Edgar Endes ein eigenständiges Werk er-schaffen wollte. Er wartete geduldig, bis sich eine Gruppe kleiner Kinder an
ihm vorbeidrängte, um in Richtung der Bühne zu laufen. Als ihm ein Mädchen unbeabsichtigt in den Bauch stieß, wunderte er sich erneut über die erschreckend realistische Sinneswahrnehmung dieses
Traums und die überaus wirklichkeitsnahen Eindrücke.
»Bin ich die Frau, die du zeichnen willst?«, riss ihn eine sanfte Stimme aus seinen Überlegungen. Die Stimmlage erinnerte ihn unvermittelt an die weiche Aussprache von Elfen, wie er sich diese als
kleiner Junge immer vorgestellt hatte, wenn er Geschichten von Zwergen und Riesen las. »Ich wusste, dass du anders bist«, nahm Friedemann ein Flüstern wahr.
Als er sich nach der Besitzerin dieser schönen Stimme umdrehte, sah er seine Idee für das surreale Ölgemälde auf fantastische Weise zum Leben erweckt. Einem Vorhang gleich, flatterten mehrere
Stofffetzen vor ihm in der Luft und bildeten den Umriss einer Frauengestalt, wie er sie sich beim Einschlafen ersonnen hatte.
Seine Vorstellung, seine Eingebung entstand vor seinen Augen wie durch eine mysteriöse Geisterhand gemalen. Die von ihm beabsichtigte Einsamkeit erschien in den Gesichtszügen des Phänomens, das sich
aus dem Nichts schälte wie eine Nebelbank. Das von ihm geplante Ölgemälde wurde im Traum zur Wirklichkeit.
Das Geschehen des Marktes verschwand im Hintergrund, als wäre Friedemann imstande, dieses so lange auszublenden, um der geheimnisvollen Erscheinung seine volle Aufmerksamkeit widmen zu können. Die
langsamen Bewegungen der weißen Schlieren erinnerten ihn an das sanfte Treiben von Algen unter Wasser, die sich im leichten Rhythmus der Strömung hin und her neigten.
»Nicht länger in der Erd ich lieg, auf dass ich wieder leben werd. Seit ich vernommen hab von dir, erwart' ich Heil für meine Seel'. Was wird geschehen, wenn ich sprech' mit dir? Immer wollt ich
leiden, doch jetzt beizeiten...« Die Nebelgestalt hielt inne. »Ich wollte sterben für des Burgherrn Heil ...« Die Frau sah ihn an und wartete auf eine Reaktion von ihm. »Nimmer will ich leiden,
sondern erzählen von meinem Leben, wie es war ... damit einer versteht, was ich bin ... wer ich bin … und wie mein Leben sich in Wahrheit abspielte...«
»Ich verstehe dich schlecht«, murmelte Dirk verlegen. Irritiert sah er über den Markplatz, wo die Händler noch immer aus vollen Kehlen brüllten, wie ihren angestrengten Gesichtern zu entnehmen war.
Aber von ihrem Geschrei war nichts zu hören.
Die Frau und Dirk Friedemann waren in einer Art Blase, die sie anscheinend von den anderen Geschehnissen des Traumes vollkommen abkapselte. »Deine Sprache klingt alt.«
Das Flattern begann von Neuem und die Gestalt der Frau veränderte sich kurzzeitig, nahm aber bald danach wieder Formen an. »Oh, ich vergaß«, antwortete die Frau. Die Schlieren verbanden sich zu einer
Art Nebelbank und schienen sich zu verfestigen. Nach einer Weile stand eine durchscheinende Gestalt vor ihm, deren Weiß ihn nahezu blendete. Es wirkte, als würde ein gleißendes Licht aus dem Körper
der Frau erstrahlen. Die Frau sah aus wie ein Gespenst im klassischen Sinne.
»Es ist zu viel Zeit vergangen ... ich habe so vieles vergessen ...«, murmelte sie. »Aber ich kann eure Sprache sprechen ... denn ich habe sie schließlich lange genug gehört ...«
Dirk starrte verlegen auf seine Füße und wartete einen Moment, bevor er die Frage stellte, die ihm auf den Lippen lag. »Ist das wirklich ein Traum?«
Die Frau aus Nebel lächelte. »Was macht es für einen Unterschied, ob es Traum oder Realität ist?«, stellte sie eine Gegenfrage. »Ihr Lebenden seid seltsam«, wisperte sie. »Im Leben fürchtet ihr euch
vor Geistern und in Träumen denkt ihr, euch könnte nichts geschehen.«
Sie standen sich eine Weile schweigend gegenüber, bevor Friedeman das Wort ergriff und sich mit einem Schulterzucken an die Geisterfrau richtete. »Ich meine ... es fühlt sich irgendwie nicht wie ein
Traum an, denn ich kann riechen und fühlen. Die Umgebung wirkt echt ... und ich weiß, dass es das Schloss ist, in dem ich seit heute wohne. Aber in welcher Zeit bin ich? Und wer bist du?«, wollte er
wissen.
»Es ist ein Traum«, bestätigte die Frau seine erste Frage. »Er war nämlich die einzige Möglichkeit, um mit dir in Kontakt zu treten ...«
»In Kontakt treten?« Der junge Maler war verwirrt und starrte auf die sich langsam bewegenden Schlieren, die vor ihm in der Luft schwebten.
»Wer bist du?«, wiederholte er seine Frage.
»Ich habe viele Namen«, gab die Frau zur Antwort.
»Dann nenne mir einen«, forderte Friedemann sie auf.
Die Gestalt neigte ihren Kopf ein wenig zur Seite, als habe sie vor, das Markttreiben zu beobachten. »Ich bin seit vielen Jahr-hunderten hier«, seufzte sie und wandte sich ihm wieder zu. Sie ging auf
seine Bitte, ihren Namen zu nennen, überhaupt nicht ein. »Ich bin müde ... und traurig.«
»Wer bist du?«, fragte er erneut und sah der Nebelgestalt in die weit aufgerissenen Augen.
»Ich bin die Weiße Frau«, gab sie zur Antwort.
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