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GÄSTEBUCH / KOMMENTARE ZU AUTOR

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  • Frank Heitkamp (Mittwoch, 11. Januar 2017 22:46)

    Ich habe das Buch über Captain Smith angelesen und werde es zu Ende lesen. Die Stimmungsbilder sind faszinierend, die Personen sind in ihren Charakteren sehr gut dargestellt. E. J. Smith ist hier nicht der Schuldige sondern der Captain, der er war, ein Offizier (Reserve) und Gentleman. Die Historie ist gut recherchiert. Der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll. Ich habe mich lange mit der RMS Titanic beschäftigt, daher kenne ich die Historie sehr gut. Viel Erfolg wünsche ich dem Autor, Herrn Brunner! Frank Heitkamp

  • DoRo MoRo (Freitag, 24. Juni 2016 12:31)

    Habe gerade gelesen, dass Ihre "Cryptanus-Reihe" vertont wird. Das wird sicherlich spannend.
    Und auf die Lebensgeschichte des Titanic-Käpt'ns freue ich mich auch schon sehr.

  • Friedhelm Brandt (Samstag, 21. November 2015 19:57)

    Hallo lieber Wolfgang,
    ich habe mich über deinen Gästebucheintrag richtig gefreut!
    Gerade lese ich in deinem Buch "KIM SCHEEPER UND DAS WEINEN DER ZEIT".
    Es ist spannend und voller Wunder-ein Kleinod,wertvoll und excellent!

    Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit!

    Liebe Grüße,
    Friedhelm

  • G. Neumann (Dienstag, 27. Oktober 2015 13:30)

    Sehr informative Seite.

    Ihre Cryptanus-Trilogie hat mich sehr fasziniert, zumal ich selbst einmal ein Nahtod-Erlebnis hatte.
    Vielleicht schaffe ich es einmal, Sie bei einer Lesung zu besuchen. Ich würde mich sehr freuen, Sie einmal persönlich kennenzulernen.

    Ein Fan

    G. Neumann

  • Silke Hacker (Donnerstag, 20. August 2015 13:05)

    Lieber Herr Brunner,

    ihre Bücher sind Spitzenklasse! Ich kann gar nicht erwarten, bis es Neues von Ihnen gibt.
    Ihre Cryptanus-Reihe steckt voller Philosophie und Hoffnung. Ich kann Ihnen gar nicht genug für diese Denkanstösse danken.

    Ganz liebe Grüße aus dem Schwarzwald sendet Ihnen

    Silke Hacker

  • Stefan Nickel (Freitag, 29. Mai 2015 14:50)

    Eine wirklich interessante Seite, die neben vielen Informationen auch ganz klar zeigt, wie abwechslungsreich Ihre Bücher sind.
    Als großer Fan Ihrer Geschichten bin ich schon auf die zukünftigen Geschichten aus Ihrer Feder gespannt. Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Autoren, die sich nicht dem oftmals uninspirierten
    Mainstream anpassen. Mein Respekt vor Ihrer Arbeit.

  • Vero KAa (Donnerstag, 02. April 2015 09:31)

    Würde gern mal zu einer Lesung erscheinen, aber es ist leider nicht gerade um die Ecke. Wünsche aber viel, viel Erfolg.

  • Friedhelm Brandt (Montag, 20. Januar 2014 14:07)

    Hallo Wolfgang,
    ich bin gerade vom Siemensrechner aus ins Gästebuch gegangen.
    Der Link auf deine Homepage funktioniert !!

  • Friedhelm O. Brandt (Mittwoch, 09. Oktober 2013 19:58)

    Ich freue mich auf deine Lesung bei mir im Wohnatelier "Schloß Styrum".

    Das wäre am 11 Jan.2014.
    Die Uhrzeit ist noch nicht festgelegt,hättest du da einen Vorschlag?

    Gestern war ich bei einer Stadtkonferenz über unseren Ortsteil Mülheim Styrum.
    Dort wurde über eine Homepage nachgedacht.
    Wenn diese bis dahin steht,so lasse ich den 11 Jan. dort auch erwähnen.

    Deine Homepage wirkt sehr aufgeräumt und ist interessant gestaltet...

    Nun bis bald und liebe Grüße aus den alten Gemäuern von Schloß Styrum.

    Friedhelm

  • Frank Olaf Paucker (Donnerstag, 26. September 2013 13:00)

    Ich dachte, die Seite hätte ich schon lange geliket. Das ist mir jetzt aber wirklich peinlich. Schnell nachgeholt. Eine wirklich sehr schöne Page über Dich und Deine Arbeit. Gruß Frank

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ERSTER TEIL DES "CRYPTANUS"-ZYKLUS

# Taschenbuch: 414 Seiten
# Verlag: CreateSpace (Zweitauflage erschienen 24. November 2014)
# ISBN-10:  1503333205
# ISBN-13: 9781503333208
# EUR 14,98

 

Nach dem Leben kommt der Tod. Doch was kommt nach dem Tod? 


Philip Goldman meint, an Menschen ihren bevorstehenden Tod „riechen“ zu können. Zuerst stirbt sein bester Freund, dann seine geliebte Großmutter. In seinen Träumen gelangt Philip in eine Welt, die „Abgrund“ genannt wird. Ein androgynes Wesen namens Parr begleitet Philip durch diese Traumwelt und eröffnet ihm, dass er sich in der Welt der Toten befindet. 
Es stellt sich heraus, dass Philip nicht den nahenden Tod noch lebender Menschen riechen kann. Er kann Seelen, die aus dem Reich der Toten in die Welt der Lebenden geflohen sind, durch den Geruch aufspüren. Diese flüchtenden Seelen nutzen den Augenblick aus, in dem ein Mensch stirbt und ergreifen von dessen Körper Besitz, wandeln somit wieder unter den Lebenden in einer menschlichen Hülle, die nicht die ihre ist. 
Philip erfährt, dass Parr sein „Angelus“ ist, eine Art Schutzengel, dessen Körper Philip nach seinem Tode bewohnen wird. Durch die Erlebnisse im Abgrund kommt Philip dem Geheimnis des Todes ein großes Stück näher, als er von Parr erfährt, dass es noch einen Zustand nach dem Tod gibt. 
Zusammen mit zwei anderen Gefährten machen sie sich auf die Suche nach dem Zustand, der nach dem Tod kommt, dem „Cryptanus“. Viele Hinweise aus verschiedenen Mythologien begegnen Philip während seiner Reise durch die Welt der Toten: unter anderem befährt er den mystischen Fluss Styx, trifft auf Furien, betritt Gebäude aus lebendigen Menschenleibern erbaut, brennende Städte und Orte des Lichts. 
Die Odyssee bringt Philip Goldman an die Grenzen seines eigenen Ichs, führt ihn zurück in den Zustand der Geburt und nach vorne in den Zustand nach dem Leben, nach dem Tod und sogar noch eine Stufe weiter. Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, von dem kein Mensch sich je hätte träumen lassen. 

 

„Phil. Wir wissen es, glaube mir… genau deswegen sind wir hier. Erzähl’ deine Geschichte, Ly2ia.“

Das sagt die Presse:

 

"Ein Autor mit vielen Seiten" BBV

Das sagen die LeserInnen:
 

Stefanie T. aus Großostheim schrieb am 21.08.2009:
Hallo,
ich habe das Buch gelesen und bin mit meinen Nerven am Ende!!! Hab noch nie einen so spannenden Roman gelesen ( und ich lese wirklich viel )!
Habe meiner Freundin das Buch gegeben, und ich soll sagen
"...wie soll man denn was schaffen, wenn es so spannende Bücher gibt " Sie wartet auch schon auf die nächsten Fortsetzungen.
Vielen Herzlichen Dank 
PS: Bitte schreiben Sie weiter so schöne Bücher


 

Sylvia D. aus Berlin schrieb am 26.10.2009:
Hallo,
ich habe soeben Cryptanus zu Ende gelesen. 
Sehr, sehr gut. Ich war streckenweise so gefesselt, dass ich fast zu spät aus der Bahn ausgestiegen wäre und freute mich den ganzen Arbeitstag lang, weiter vom Abgrund zu lesen. Die Idee ist klasse, sehr gut geschrieben, spannungsgeladen umgesetzt und kann einem, wenn man dann glaubt, die Angst vor dem Tod nehmen. Interessant fand ich auch Ihre Einstellung zum ungeborenen und geborenen Leben. 
Danke für das Lesevergnügen, bin schon gespannt auf den nächsten Roman!


 

Wolfgang B. aus Bonn schrieb am 06.11.2009:
Der Roman hat mich beeindruckt. Er ist äußerst fantasiereich, gut geschrieben und nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten (ich habe Literatur des derartigen Genres noch nie gelesen) sicherlich einmalig. Wenn es auch nicht mein Genre ist, ich lese Fontane lieber, wünsche ich literarischen Erfolg.


 

Herbert G. aus München schrieb am 02.02.2011:
Ich hab meine eigenen Erfahrungen mit dem Tod, denn am 7. April 2001 bin
ich gestorben- es war eine massive Gehrnblutung die eigentlich nicht zu überleben war. Chance weniger als 0%.
Meine Erinnerung an die andere Seite ist nach 10 Jahren immer noch sehr
stark und hat mein Leben und meine Einstellung zum Tod verändert.


 

Leseprobe:

Wir verließen den unterirdischen Gang und befanden uns auf einem schmalen Plateau. Die Luft war heiß wie in einer Sauna und erfüllt von einem Angst erregenden Knistern. Es klang wie das Prasseln von Holz in einem riesigen, offenen Kamin und als ich in die Hitze trat, konnte ich erkennen, woher die Wärme und das Geräusch kamen. Wir standen vor einem endlosen Meer aus Flammen, bis zum Horizont war nichts zu sehen als meterhohe Feuersäulen. Die Flammenwellen schwappten über das Ufer des Plateaus, auf dem wir standen, wie ungestümes Wasser, hinterließen kleine Flämmchen auf dem Boden, die sich aber –wie Wasser- wieder in den gewaltigen Ozean aus Flammen zurückzogen. 
David und Parr beobachteten mich beide und wollten anscheinend überprüfen, wie ich auf das Ganze reagieren würde. Ich starrte nur auf dieses Naturereignis und konnte nicht in Worte fassen, was mich in meinen Gedanken bewegte. Es war zu gewaltig, zu unglaublich. 
„Phil. Wir müssen dieses Meer überqueren. Traust du dir das zu? Gibt es ein Problem, wenn wir es anpacken?“ 
Davids Stimme war kaum zu hören, war das Tosen der Flammen doch sehr laut und dominierend nach der Stille des unterirdischen Tunnels. Ich schüttelte den Kopf. 
„Nein, kein Problem. Aber wie soll das vonstatten gehen? Wollt ihr etwa schwimmen?“ 
Parr lächelte bei meinen Worten und nahm mich bei der Hand. Ich ließ mich willenlos führen und zu dritt gingen wir nach rechts. Erst jetzt sah ich, dass sich das Ende des unterirdischen Ganges am Fuße eines gewaltigen Berges befand. Anscheinend waren wir die letzten Stunden immer stetig aufwärts gegangen und hatten das Innere eines Berges bestiegen. 
Ich blickte nach oben und konnte die Spitze des Berges nicht erkennen, dichter Nebel waberte in einer Höhe von zehn Metern über uns, nur hin und wieder konnte man ein Stückchen weiter sehen. 
„Ich würde nur zu gerne wissen, was ihr mit mir vorhabt“, schrie ich in das Gebrüll des Feuers zu unserer linken Seite, erhielt aber keine Antwort. 
Mit dieser stummen Reaktion hatte ich auch gerechnet. David zeigte nach vorne und ich konnte nicht erkennen, auf was er deutete. Seine hagere Gestalt hob sich von den hochschießenden Flammen ab wie eine Scherenschnittfigur vor einer weißen Leinwand. Ich konnte nur seine Umrisse erkennen und sah die deutende Hand. Erst als wir noch weitere zwanzig Meter gegangen waren, erkannte ich eine Art Schiff, wobei der Ausdruck „Schiff“ das Wesen beim besten Willen nur sehr dürftig beschrieb. Es sah aus wie eine Art Drache in Form eines riesigen Bootes, nur hatte es einen großen Anteil Menschlichkeit in seinem Aussehen. Es machte mir keine Angst. Das Wesen stand nur da und beobachtete uns aus, für seine Größenverhältnisse, sehr kleinen Augen. Es hatte vier kleine Stummelfüße, die aber fast nicht zu sehen waren. Ansonsten sah das Drachenwesen tatsächlich wie ein kleines Boot aus und als wir näher kamen, wippte es mit den Füßen, als würde es sich freuen, uns zu sehen. 
„Das ist ein Belua. Es lebt auf einem Feuerplaneten. Nachdem das Leben der Belua beendet ist, kommen auch sie zu uns in den Abgrund. Beluas sind immun gegen Feuer, wie du dir sicher denken kannst. Sie haben, ähnlich wie die Tiere namens Känguru in eurer Welt, eine Art Beutel an ihrem Bauch. Dort drinnen können wir die Überfahrt ohne Gefahren antreten“, erklärte Parr schreiend und hob die Hand über ihren Kopf. Es sah aus, als würde sie das Belua grüßen. Als David dasselbe tat, schloss ich mich an und wie zum Dank senkte das gewaltige Tier seinen Kopf und aus seinen Augen schien Einverständnis zu schimmern. 
Das Belua schien uns als Gäste zu akzeptieren, denn wir konnten ohne Zwischenfälle in den Beutel des außerirdischen, toten Wesens klettern. 

Ich war wirklich erstaunt, wie viel Platz letztendlich in diesem Beutel war. Wir lagen alle drei nebeneinander kuschelig zusammen und ich konnte nicht umhin zu denken, dass ich mich tatsächlich sehr sicher fühlte. Das laute Rauschen des Flammenmeeres war fast nicht mehr zu hören. Nur als leises Hintergrundgeräusch war das Tosen zu hören, aber es war nicht mehr beängstigend, sondern im Gegenteil beruhigend. Die Bewegungen des Wesens waren fast nicht zu spüren, es ließ sich nur schwach erahnen, dass sich das Belua in das Feuer begeben hatte. Parr wurde schlagartig zum Mann und drückte sich fest an mich. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, genoss es aber trotzdem. David starrte mich aus großen Augen an, er schien über etwas nachzudenken, das mich betraf. 
„Wie lange wird es dauern, bis wir ankommen, wo immer das auch sein mag?“, fragte ich. 
„Es wird nicht so lange dauern, wie du befürchtest. Du kannst mir vertrauen. Lass uns ein wenig ausruhen, die Augen schließen und du wirst sehen, die Überfahrt wird nur halb so lange dauern, wie du denkst.“ 
Er zwinkerte mir zu und schloss sofort die Augen, ich tat es ihm nach, fiel aber nicht, wie erwartet, in Schlaf, sondern dachte über die Antworten nach, die mir meine beiden Begleiter vorhin gegeben hatten. Ich musste tatsächlich meine Gedanken sortieren, um einen Überblick der Informationen zu erhalten: Wenn man stirbt, landet man hier im Abgrund, eine Zwischenstufe vom Leben zu einer anderen Bewusstseinsebene. Es gab aber Seelen, die sich nicht damit abfanden, hier im Abgrund weiter zu existieren, und sich einen Weg suchten, um zu ihrem ursprünglichen Leben zurückzukehren. Wie das bei anderen Wesen funktionierte, wusste ich nicht, interessierte mich auch nicht. Was die Menschen meiner Welt betraf, schien das in der Art abzulaufen, dass die flüchtenden Seelen, die Fugarer, abwarteten, bis ein Mensch auf der Erde starb. In dem Moment, in dem die Seele den Körper des verstorbenen Menschen verließ, machte sich der Fugarer auf den Weg, in den freigewordenen Körper zu schlüpfen. Genau genommen ein ziemlich genialer Plan. Nur sah ich die Hintergründe des ganzen Vorgehens noch nicht. Waren die Fugarer die Art Menschen, oder auch Wesen, die sich zu sehr an das Leben klammerten? Waren sie die Art Geister, die wie in Ghost mit Patrick Swayze und Demi Moore unbedingt in ihr altes Leben zurück wollten? War es hier im Abgrund wirklich so schlimm? Na ja, gut. Wenn ich genauer darüber nachdachte, ist es tatsächlich nicht die Art Leben nach dem Tod, die ich mir persönlich vorstellte. Bestandteil eines lebenden Gebäudes zu sein, war auch nicht wirklich meine Vorstellung einer friedlichen Zeit nach meinem Ableben. Aber wusste ich denn bereits alles über den Abgrund? Wer hat behauptet, dass es im gesamten Abgrund so aussah, wie die beiden Städte, die ich bereits gesehen hatte? Im Vergleich zu meiner Welt hatte ich mit Sicherheit nur einen Bruchteil dieser Welt gesehen. Ich hatte mit Sicherheit erst einmal den Teil gesehen, den wir in unserer Welt Hölle nannten. Also gab es bestimmt auch noch den Teil, der dem Begriff Paradies nahe kam. Ich wurde müde, wollte aber nicht riskieren, zurück in mein normales Leben geschleudert zu werden. Ich war viel zu neugierig, was mich am Ende dieser Meerüberquerung erwartete. 
Parr schmiegte sich näher an mich heran und ich bemerkte, wie ein schlechtes Gewissen gegenüber Helena aufkam. Ich musste bei dem Gedanken daran lächeln. Ich machte mir tatsächlich Sorgen um Treue, während ich in einem Beutel eines mir bis dato unbekannten Wesens aus einer anderen Galaxie ein Meer aus tosenden Flammen überquerte. Ich sollte mir tatsächlich ernsthaft Gedanken über meine Prioritäten machen. Das Lächeln auf meinem Gesicht blieb, während ich zärtlich über den Kopf des männlichen Parr streichelte. Es tat gut, jemanden in dieser Situation zu berühren, es tat gut, jemandem in dieser Situation Halt zu geben. Helena wird im Augenblick gerade die Scherben des zerbrochenen Glases auffegen, dachte ich. Ich stellte mir vor, wie meine Freundin in Mega-Zeitlupe die Küche putzte. 
Während sie sich einen Zentimeter bückte, vergingen hier im Abgrund wahrscheinlich Wochen. Parr bewegte sich ein wenig, hielt aber die Augen weiterhin geschlossen. Ein kleines Ruckeln ging durch den Körper der Belua, dann wurde unsere Reise wieder ruhig fortgesetzt, meine Ohren hatten sich mittlerweile so sehr an das Hintergrundgeräusch der Flammen gewöhnt, dass ich es fast gar nicht mehr registrierte. Ich versuchte, über meine Anwesenheit hier nachzudenken. Parr hatte mich aufgeklärt, dass ich die flüchtigen Seelen aufspüren sollte. Das tat ich doch die ganze Zeit, warum war ich also immer wieder hier im Abgrund? Ich hing an dieser letzten Frage so sehr fest, dass ich darüber einschlief (oder wie immer man diesen Zustand des Ruhens hier im Abgrund bezeichnete). 

Als ich wieder erwachte, befand ich mich, entgegen meinen Befürchtungen, noch immer im Abgrund und im Beutel des Beluas. Meine beiden Begleiter hatten ebenfalls die Augen offen und lauschten dem Rauschen der Flammenwellen, die um uns herum zu toben schienen. Meiner Meinung nach war das Geräusch etwas lauter geworden, was darauf schließen ließ, dass wir eine Art Brandung hörten. 
„Sind wir da?“, fragte ich, um meine Vermutung bestätigt zu bekommen. 
David und Parr nickten synchron und mich überkam Neugierde, was mich gleich erwarten würde, die am ehesten noch mit der Gespanntheit eines kleinen Kindes am Weihnachtsabend zu vergleichen war. 
„Geduld“, sagte Parr, „wir werden den Beutel gleich verlassen können. Noch befindet sich das Belua in den Flammen, es wird noch eine Weile dauern, bis er an Land ist.“ 
Ich nickte. Obwohl ich mich die ganze Zeit sehr wohl in diesem Beutel gefühlt hatte, wollte ich plötzlich so schnell wie möglich wieder festen Boden unter den Füßen haben. Was mich sowohl jetzt wie auch während der ganzen Überfahrt wunderte, war die Tatsache, dass sich im Inneren des Beutels die Temperatur um keinen Grad verändert hatte. Als ich meine Überlegungen laut aussprach, antwortete Parr nur: „Ich sagte dir doch, dass die Beluas von einem Feuerplaneten kommen, sie sind immun gegen Flammen und folglich natürlich auch gegen Hitze.“ Ich bedankte mich und hatte den Eindruck, dass Parr mittlerweile von meiner ständigen Fragerei etwas gereizt war. Aber das war mir im Moment egal, die Neugierde bezüglich einiger Dinge war einfach zu groß. Ein Zucken durchfuhr den Körper des Wesens und plötzlich konnte ich Gehbewegungen spüren, der Beutel schwankte und Parr wurde fest an mich gedrückt. 
„Wir haben Land erreicht“, sagte David überflüssigerweise und streckte sich nach oben, um durch den Spalt des riesigen Beutels nach draußen zu sehen. 
„Alles okay. Das Belua hat uns dorthin gebracht, wo wir auch hinwollten. Wir können aussteigen.“ 
Erleichtert verließ ich als zweiter, nach David, unser Fortbewegungsmittel. Das Belua machte kehrt und verschwand wieder in den Flammen, wir blickten dem Wesen nach und warteten, bis es nicht mehr zu sehen war. 
Wieder befanden wir uns auf einem Plateau, das Teil eines Dammes war. Die Brandung des Flammenozeans schlug an die steile Küste und das Tosen war stärker als an unserem Startpunkt. Ich wandte mich von den faszinierenden Flammen ab und erblickte auf der anderen Seite des Dammes in unmittelbarer Nähe eine Stadt, die zwar ähnlich wie Gurutos und Aguro Branco aussah, aber insgesamt viel freundlicher wirkte. 
Sie war inmitten eines riesigen Sees gebaut, dessen Wasser teilweise über die Ufer schwappte und die lodernden Flammen des Feuermeers löschte. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, diese beiden Naturgewalten so nah beieinander existieren zu sehen. Das Feuer und das Wasser waren nur durch diesen schmalen Damm getrennt, auf dem wir uns befanden. 
Während das Flammenmeer gefährlich toste und wütete, war der See, außer am Ufer, ruhig und glatt wie ein Spiegel. 
„Diese Stadt trägt den Namen Pervetere“, klärte mich Parr auf und drückte mich sanft an der rechten Seite. 
„Wir müssen nur noch jemanden finden, der uns auf unserer Reise begleiten wird“, fügte der David, den ich eigentlich gar nicht kannte, hinzu und wir gingen auf das Ufer des Sees zu. 
Die Überfahrt fand dieses Mal in einer Form statt, die ich kannte: Auf Wasser und nicht auf Feuer. Wir wurden wortlos von einem dreibeinigen Wesen auf eine Art Fähre eingeladen und wie von unsichtbaren Seilen auf die Inselstadt Pervetere gezogen. Ich konnte nicht erkennen, wie sich die Fähre fortbewegte. Als wir die Mitte des Sees, und damit die Stadt, erreichten, verließen wir die Fähre und betraten eine Stadt, die sich nun bei genauerem Hinsehen doch beträchtlich von Gurutos und Aguro Branco unterschied. 
Die Unterkünfte schienen zumindest nicht zu leben, bestanden zum Großteil aus metallähnlichen Platten, die stümperhaft zusammengeschweißt waren und einen Blick in das Innere der Behausungen zuließen. Aber besonders auffällig war das rege Treiben in der Stadt. Ich hatte noch nie so viele Wesen auf einmal im Abgrund gesehen. Die Bewohner, die den größten Anteil hier hatten, waren nicht Menschen, sondern fremdartige Wesen. 
„Hier in Pervetere sind die meisten Wesen nicht aus deiner Welt. Hier leben viele tierähnliche Wesen. Es handelt sich um Syff, Außerirdische würdet ihr Menschen sagen“, erklärte mir Parr und in der Tat erblickte ich meistens dreibeinige „Tiere“, die entfernt an Giraffen erinnerten. Sie hatten die Größe eines durchschnittlichen Menschen, allerdings nahm der Hals dieser Wesen ein Drittel der Gesamtgröße in Anspruch. Sie hatten alle freundliche, sympathische Gesichter und ihr Lächeln sah menschlich aus. 
„Können wir mit ihnen sprechen?“, fragte ich. 
„Du sprichst doch auch mit uns. Oder dachtest du die ganze Zeit, du würdest deine Muttersprache hier sprechen?“, grinste David. Seine weißen Zähne blitzten mich an und ich wurde von seinem Lachen angesteckt. 
„Wenn du im Abgrund bist, sprichst und verstehst du automatisch Obitus-Os, die Sprache der Toten“, ergänzte Parr und blinzelte mir zu. 
„Ich spreche eine fremde Sprache, die ich nie in meinem Leben gehört, geschweige denn gesprochen habe?“ 
Beide nickten und ich hatte den Eindruck, als würden beide verschmitzt grinsen. Ich nahm es als gegeben hin. 
Obitus-Os, die Sprache der Toten… 
Ein leichter Schauer lief über meinen Rücken und ich versuchte mir vorzustellen, wie diese Sprache in den Ohren eines Menschen klingen würde. Pervetere war eine saubere Stadt, im Gegensatz zu den beiden anderen Städten, die ich hier im Abgrund bereits kennen gelernt hatte. Hier waren kein Blut, keine lebenden Gebäude zu sehen. Hier waren aber auch fast keine menschlichen Toten zu sehen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Städten wurden wir von den dreibeinigen Bewohnern dieser Stadt beachtet. 
„Dieses Flammenmeer. Was…?“ 
David blieb stehen, während Parr zwar seine Geschwindigkeit verringerte, aber trotzdem weiterging. 
„Dieses Flammenmeer entspricht so in etwa dem Begriff Fegefeuer, den es in eurem religiösen Sprachgebrauch gibt. Die Flammen sind die geballte Energie von Seelen. Aber hier geht es nicht um Reinigung derselben oder gar Leiden und Qualen für Wesen, die schlimme Dinge getan haben. Diese Art Fegefeuer ist nur eine Erfindung der Menschen, sie wurde von Menschen in eure Welt gesetzt, die eine Nahtod-Erfahrung hatten und das Flammenmeer falsch interpretierten. Alle Gerüchte über Hölle, Himmel und Paradies, die in eurer Welt existieren, sind falsch. Das Fassungsvermögen eurer Gehirne ist zu klein, um das ganze, komplexe Ausmaß dieser Dimension zu begreifen. Erst wenn die Seele ein Teil des Abgrunds geworden ist, kommt das Begreifen.“ 
Er drehte sich ohne ein weiteres Wort um und folgte Parr. Das Ufer, an dem wir angelegt hatten, verschwand aus unserem Sichtfeld und wir kamen immer tiefer in das Zentrum der Stadt. Nach einer Weile steuerte Parr zielstrebig auf eine kleine Hütte zu, die seiner eigenen Behausung verblüffend ähnelte. 
„Wir sind da“, sagte der Hermaphrodit nur und ließ David den Vortritt. 
Wir betraten die Hütte und wurden von einem dieser Giraffen-Wesen empfangen, das uns sehr herzlich begrüßte, zumindest Parr und David: „Oh, ihr seid schon da? Ich hatte euch nicht so früh erwartet.“ 
Die Stimme des Wesens war piepsig, aber auf nette Weise passte sie zum Aussehen. „Ihr habt unseren Gast mitgebracht.“ 
„Ja, das ist Phil“, stellte mich Parr vor, und während ich dem Wesen, dessen Name ich noch nicht kannte, die Hand schüttelte, hörte ich Parr noch sagen: „Phil ist der Captarer, von dem ich dir bereits erzählt habe. Er wird uns eine große Hilfe bei der Aufklärung des Rätsels sein.“ 
„Ich bin Ly2ia“, stellte sich das Giraffen-Wesen vor und die Art, wie sie ihren Namen 
aussprach, erinnerte mich an das Lispeln eines Menschen. Ihre Lippen verzogen sich dabei 
nach oben und unten, als würde sie uns einen riesigen Kussmund zuwerfen. Ihre Augen 
verdrehten sich dabei wie die einer Comicfigur. 
Es war eine Mischung aus dem Namen „Lydia“ und der Zahl „Zwei“. Ly2ia sprach ihren Namen so aus, als würde sie diese beiden Worte gleichzeitig übereinander lagernd sagen. 
Es klang… irgendwie wunderschön. 
Ich schien in Gedanken an den Klang dieses Namens zu sein, denn Parrs Worte rissen mich wie aus einer Art Trance. 
„Wir nennen sie ganz einfach Lydia, denn es ist schwierig ihren echten Namen Ly2ia auszusprechen. Das können nur wenige“, sagte Parr, sprach den Namen Ly2ia perfekt aus und zwinkerte mir dabei zu. „Ich bin einer der wenigen.“ 
Ich musste lachen und schüttelte Ly2ias Hand noch einmal, da mir die Giraffenfrau sehr sympathisch war. Mir kam es vor, als hätte der Klang ihres Namens aus ihrem Mund mich verzaubert. 
„Ich schlage vor, dass wir hier noch ein wenig Rast machen, bevor wir aufbrechen. Außerdem ist es an der Zeit, dass wir Phil über unser Vorhaben aufklären.“ 
Wir setzten uns auf den Boden, nunmehr zu viert und Parr übernahm wieder das Wort. 
„Das Ministerium der verlorenen Seelen hat uns einen Auftrag gegeben. Wir sollten so viele Fugarer in den Abgrund zurückbringen wie nur möglich. Ich und du…“, dabei deutete Parr auf mich, „…haben diesen Auftrag bis heute ausgeführt. Du, Phil, hast die Flüchtigen aufgespürt und ich habe sie hierher zurückgeholt. Alles lief nach Plan. Als wir in das Ministerium gingen, wollte dir der Minister, Layr, die Wahrheit sagen, er wollte dir erklären, warum du für den Abgrund so wichtig bist. Er wollte dir für deine bisherige Mitarbeit danken…“ 
Parr machte eine kurze Pause, während der Ly2ia sich erhob und jedem von uns ein Gefäß mit einer dunklen Flüssigkeit reichte. Ich nahm das Behältnis, ohne zu fragen was es ist und nahm einen Schluck. Das Getränk floss angenehm warm durch meine Kehle und erfüllte meinen Körper mit Glücksgefühlen, es war ein sehr schönes Gefühl, das mich veranlasste, sofort einen weiteren Schluck zu nehmen. 
„Dann kam David auf die Bühne. Die Erklärungen, die dir der Minister damals geben wollte, hast du von uns schon bekommen. Jetzt komme ich aber zu dem Punkt, an dem wir uns zurzeit befinden.“ 
Er machte eine theatralische Pause und ich bemerkte, dass er innerhalb Sekunden sein Geschlecht wieder änderte. 
„Wir drei…“, sie deutete auf David, Ly2ia und sich selbst, „… haben einen Plan. Wir wollen die Stelle im Abgrund finden, an der den Fugarern die Flucht gelingt. Es muss einen Schwachpunkt im Universum des Abgrunds geben, an dem die Flüchtlinge ihren Trick, in den Körper kürzlich Verstorbener einzudringen, ausführen können. Und genau diese Schwachstelle wollen wir finden, denn es wäre möglich, dass wir durch genau diese Stelle auch in die Gegenrichtung gelangen können.“ 
Ich schaute meine drei Begleiter zuerst fragend an, bevor ich „Welche Gegenrichtung meint ihr?“ sagte. 
„Die Fugarer kehren zurück ins Leben, wir befinden uns hier im Tod“, erklärte David, „und es gibt noch eine Stufe nach dem Tod. Vielleicht können wir in diese Richtung kommen. Nicht zurück ins Leben, sondern nach vorne, in das, was nach dem Tod kommt.“ 
Seine Stimme hatte sich verschwörerisch gesenkt und bei dem Gedanken an seine Gedanken wurde mir mulmig. … nach vorne, in das, was nach dem Tod kommt. Spontan fiel mir dazu ein, dass irgendjemand einmal zu mir gesagt hatte: „Weißt du, ich glaube fest daran, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Genauso wie ich daran glaube, dass es etwas vor dem Leben gab und gibt.“ Wir sprachen hier von Seelenwanderungen, vor, nach dem Leben, vor, nach dem Tod. Mir wurde schwindelig bei dem Gedanken. 
„Ihr denkt also, dass unsere Seelen einen Kreislauf durchmachen, der immer wieder in neuen Bewusstseinszuständen…“ 
“Genau so ist es“, unterbrach mich Ly2ia und blickte mich aus ihren großen Augen an, 
„es sind alles nur Stationen, die wir durchlaufen.“ 
„Und ihr wollt nun die nächste Station erreichen?“, fragte ich und schüttelte unbewusst den Kopf. „Das ist, wie wenn Menschen bei uns Selbstmord begehen, um den Tod zu erreichen. Warum begeht ihr nicht einfach Selbstmord hier im Abgrund?“ 
Meine Frage schien alle drei zu amüsieren. 
„Phil, Phil. Denk doch einmal darüber nach, was du eben gesagt hast. Selbstmord? Hier im Abgrund? Du vergisst, dass wir bereits tot sind.“. David sprach hochnäsig. 
„So einfach ist das nicht. Der Übertritt vom Leben zum Tod ist einfach. Menschen, und natürlich auch andere Wesen, können diesen Schritt mittels Selbstmord sogar selbst herbeiführen. Den Schritt vom Tod in den nächsten Zustand können wir aber nicht selbst herbeiführen, das Ganze scheint etwas komplizierter zu sein. Alle Lebenden wissen von einem Zustand namens Tod. Aber kein einziger Toter kennt das Geheimnis, das nach dem Tod kommt. Wir…“ 
Ich unterbrach David. 
„Wenn ihr nicht wisst, was nach dem Tod kommt, dann könnt ihr doch nicht davon ausgehen, dass überhaupt etwas danach kommt. Woher wollt ihr wissen, dass der Tod nicht die letzte Station ist?“ 
Parr legte besänftigend ihre Hand auf meine Schulter, denn meine Stimme war bei den letzten Worten etwas lauter geworden, fast schon hysterisch.